ICARUS IN BLAU!

Die Reihe an zwischen 2002 und 2013 in Mitteleuropa stattgefundenen Überschwemmungen gelten als die schwersten des 21. Jhs.: Besonders schlimme Auswirkungen hatten diese in Österreich, der Tschechischen Republik und in Deutschland, wo Dresden praktisch vollkommen unter Wasser stand. Wenn man sich die Fotos dieser Tage noch einmal ansieht, wird man feststellen, dass zahlreiche Menschen in charakteristischen blau-gelben Uniformen Hilfe leisteten und grundlegende Dienstleistungen wieder herstellten: Es handelt sich um die Mitglieder der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW), einer mit dem italienischen Katastrophenschutz vergleichbaren Organisation, die fast nur aus Freiwilligen besteht.

In den 50er Jahren (mitten im kalten Krieg) wurde die THW ursprünglich gebildet, um der Bevölkerung im Kriegsfall zu helfen. Heute ist die THW innerhalb eines rationalen, modularen Schutzsystems auf die Lieferung TECHNISCHER UND LOGISTISCHER UNTERSTÜTZUNG in beliebigen Notsituationen spezialisiert. Möglich war diese Entwicklung auf der Grundlage eines enormen und vielseitigen Maschinenparks (mit dem jede erdenkliche Situation konfrontiert werden kann), einer aus 80.000 Männern und Frauen bestehenden Arbeitskraft, von denen 79.000 Freiwillige sind, und die landesweite, flächendeckende Verteilung mit 668 lokalen Einrichtungen.

Im Katastrophenfall können die lokalen THW-Einheiten sofort loslegen und andere in die Rettungsmaßnahmen einbezogene Organisationen (Rotes Kreuz, Feuerwehr, Militär und Polizei) unterstützen, indem sie den Neuaufbau und die Reparatur aller für das zivile Leben erforderlichen Infrastrukturen übernehmen und für die Unterbringung der Bevölkerung sorgen.

Die THW wird auch für Auslandseinsätze eingesetzt. So stellte sie beispielsweise im Jahr 2000 in Frankreich das Stromnetz einiger von Unwettern verwüsteter Krankenhäuser wieder her, während sie 2005 in New Orleans im Rahmen des Orkans Katrina mit 15 Pumpen mit hohem Durchfluss an der Trockenlegung einiger Stadtteile beteiligt war.

Das deutsche Innenministerium hat letztes Jahr eine Erstinvestition von 30 Millionen Euro beschlossen, um veraltete Ausrüstungen zu ersetzen. 249 neue Maschinen wurden bereits gekauft. Weitere Investitionen sind schon für die kommenden Jahre geplant. Dieci konnte sich im harten Wettbewerb durchsetzen und erhielt den Zuschlag für die erste Lieferung von 39 Teleskopladern Icarus 40.14, die diverse Gebietseinheiten ausstatten werden.

Da es sich um Maschinen handelt, die in jeder Notfallbedingung einsetzbar sind, hat THW eine Sonderausstattung gewünscht, die dank der Zusammenarbeit der Forschungs- und Entwicklungsabteilung mit Dieci Deutschland Gießen und dem Vertriebshändler Tiedemann Werksvertretungen an einem ersten Prototyp definiert werden konnte. Der auf diese Weise gebaute Prototyp kam schließlich im THW Ausbildungszentrum in Hoya zum Einsatz, wo unter der Leitung der Tiedemann WV die ersten Schulungskurse abgehalten wurden. Der auf diese Weise veränderte Icarus 40.14 unterscheidet sich grundlegend vom Standardmodell. Die Kabinenausstattung beinhaltet neben der standardmäßigen Ausstattung der Maschinen von Dieci: ein Luftfiltersystem (gegen den Eintritt giftiger Substanzen), eine Toolbox, heizbare Pneumatiksitze, eine Infrarot-Heckkamera mit 7 Zoll Bildschirm, einen Sauerstofftank, heizbare Rückspiegel, eine Kontrollleuchte für die Radfluchtung, einen Schutzschirm für die Windschutzscheibe, Scheibenwischer auf der rechten Seite, einen digitalen Sendeempfänger mit Speaker und Antenne, das Webasto Luftbeheizungssystem und einen 6 kg TÜV-zertifizierten Feuerlöscher. Um auch bei schwierigen Sichtverhältnissen arbeiten zu können, wurden diverse LED-Scheinwerfer sowohl in der Kabine als auch am Auslegerkopf sowie ein für Rettungsfahrzeuge charakteristisches Drehlicht mit Sirene hinzugefügt. Die vorgesehenen Luftwärmer und der Stromstecker für das Anlassen des Motors gewährleisten den Einsatz der Maschine selbst unter polaren Klimabedingungen.

Drei zusätzliche Hydraulikstecker liefern einen weiteren Nebenantrieb für mögliches Zusatzzubehör, das gegebenenfalls dank der 15 Tonnen Anhängervorrichtung auch als Anhänger angekuppelt werden kann. Ein 800 kg Personentransportkorb komplettiert die Ausstattung dieser zweifellos herausragenden Maschine.

In der Dieci Niederlassung in Gießen in Deutschland fand im Februar die Übergabezeremonie (durch den Vertriebshändler Tiedemann) von 13 Maschinen für ebenso viele TWH Gebietseinheiten statt. Das mit dem deutschen Innenminister getroffene Abkommen sieht bis Oktober 2018 die Auslieferung weiterer 23 Maschinen vor. Für 2019 sind neue Treffen mit den Entscheidungsträgern des Ministers vorgesehen, um weitere, im Rahmen der Modernisierung des THW-Fuhrparkts erforderlichen Maßnahmen festzulegen. Entsprechend gehen wir davon aus, dass wir in naher Zukunft weitere Modelle von Dieci in der blauen Livree von THW sehen werden.